Zentrum für Arbeit und Gesundheit Sachsen

ARBEITSMEDIZINISCHE LEISTUNGEN

1. Schulbegehungen und Gefährdungsbeurteilungen

Die Schulbegehungen finden an Grundschulen im Abstand von 2 Jahren statt. An allen anderen Schultypen werden sie jährlich durchgeführt. Neben der Begehung werden die Arbeitsbedingungen, die Organisation der Ersten Hilfe und die Art der Vorsorge im Protokoll (Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz) festgehalten.

Die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung von Lehrkräften wird nach einem wissenschaftlichen Interviewleitfaden von Schulleiter und Personalvertretung getrennt bewertet. Es erfolgt eine Auswertung durch Betriebsarzt/Psychologen mit Empfehlungen. Diese Vor-Ort-Einschätzungen jeder Schule ist einmalig in Deutschland.
 

2. Arbeitsmedizinische Vorsorge

Allgemeine arbeitsmedizinische Vorsorge

Diese Untersuchung widmet sich schwerpunktmäßig der psychischen Belastung und Beanspruchung sowie dem Herz-Kreislauf-Risiko. Sie wird nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge allen Lehrerinnen und Lehrern im Abstand von 3 Jahren angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Ergebnisse der Untersuchung unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.


Inhalt:
• Anamnese
• körperliche Untersuchung incl. Blutdruckmessung
• Laborwerte: Blutzucker, Cholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyzeride
• Risikoscore zu Herz-Kreislauf-Krankheiten
• Burnout-Fragebogen
• Aufwand-Nutzen-Fragebogen (ERI)
• Erholungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit
• Impfausweiskontrolle
• Beratung zu arbeitsmedizinischen und allgemein präventiven Fragen

 

Untersuchung zu Infektionskrankheiten (G 42-Untersuchung)

Die Untersuchungen werden an Förderschulen durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchungen werden auch die Impfungen gegen Hepatitis A und B angeboten.

Inhalt:
• Anamnese
• körperliche Untersuchung incl. Blutdruckmessung
• Impfausweiskontrolle
• Laborwerte: Blutzucker, Leberwerte: ALAT, ASAT, Gamma-GT, kleines Blutbild, bei Bedarf Anti-HBs, HBs-Antikörper,         Anti-HAV, Anti-HCV
• Beratung

 

Bildschirmarbeitplatzuntersuchung (G 37-Untersuchung)

Die Untersuchung wird als Angebotsuntersuchung Lehrerinnen und Lehrern mit einem erhöhten Anteil an Bildschirmarbeit angeboten.

Inhalt:
• Anamnese
• Sehschärfe Ferne, Nähe und Bildschirmabstand
• räumliches Sehen
• Stellung der Augen
• Blutdruckmessung
• Beratung

 

Spezielle Vorsorgeuntersuchungen

Die Untersuchungen werden als Angebots- oder bei entsprechender Gefährdung als Pflichtuntersuchung Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen Schulzentren oder Förderschulen angeboten. Das gilt für folgende Untersuchungen:

• G 20 Lärm: z. B. Holzverarbeitung
• G 24 Hautbelastung: z. B. Friseur, Koch
• G 39 Schweißen: Metallverarbeitung
• G 46 Rücken: FöS für geistig Behinderte mit Belastung durch Heben und Tragen

 

3. Belehrungen und Unterweisungen

Belehrungen und Unterweisungen werden zu bestimmten arbeitsbezogenen bzw. arbeitsmedizinischen Themen angeboten. Sie finden an der Schule statt und dauern im Durchschnitt 20 bis 30 Minuten.


Themen sind u.a.:
• Arbeitsmedizinische Vorsorge
• Arbeitsmedizinische Vorsorge an Förderschulen
• Burnout bei Lehrern
• Infektionsschutzgesetz
• Biostoffverordnung
• Gesundheitsbericht Lehrkräfte
• Gezielte Gewalt an Schulen
• Mutterschutz bei Lehrerinnen
• Notfall im Klassenzimmer
• Präventive Selbsthilfe
• Umweltfaktoren (Innenraumbelastungen, Radon, Lärm und Nachhallzeiten, Lüftung, Innenraumhygiene)

 

4. Maßnahmen der Wiedereingliederung

Die Betriebsärzte unterstützen und beraten die Beschäftigten beim betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und im Bedarfsfall bei Maßnahmen der stufenweisen Wiedereingliederung der Krankenkassen. Beraten wird auch bei Fragen des beruflichen Einsatzes bei neu aufgetretenen Erkrankungen sowie allgemein zu allen Fragen von Arbeit und Gesundheit.
Aktuell wurde ein Unterstützungsleitfaden für Schulleiter/innen, Behindertenvertretungen, Betriebsärzte und anderer Akteure erarbeitet.

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5. Schwangerschaftsvorsorge und Mutterschutz

Bei den Vorsorgeuntersuchungen für schwangere Lehrerinnen werden die Anforderungen des Referates Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit in der betriebsärztlichen Praxis umgesetzt. Die Vorsorgeuntersuchungen dienen dem Schutz der Schwangeren und des ungeborenen Kindes. Ein wesentlicher Teil der Untersuchung liegt in der Feststellung der Immunität gegen bestimmte Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Mumps, Windpocken und Ringelröteln. Bei Notwendigkeit werden absolute oder relative (bei Ausbruch der Erkrankung an der Schule) Beschäftigungsverbote durch den Schulleiter ausgesprochen. Sowohl die Schwangere als auch der Schulleiter erhalten zur Information eine ärztliche Bescheinigung über die bei Ausbruch einer Infektionskrankheit in der Schule notwendigen Beschäftigungsverbote.

Mutterschutz
 

6. Beratung

Wir bieten eine Beratung zu allen gesundheitsrelevanten Fragen für:

• Schulleiter und andere Funktionsträger
• Mitarbeiter
• Personalvertretungen und andere Verantwortungsträger mit gesundheitsrelevanten Aufgabenstellungen